Pizzateig glutenfrei und einfach

Header Pizzateig glutenfrei

Ich möchte meinen heutigen Beitrag mit einer Liebeserklärung an die italienische Küche und vor allem an die Pizza beginnen! Ich liebe Pizza! Bei der Umstellung auf die glutenfreie Ernährung, war die Vorstellung auf die italienischen Leckereien zu verzichten, einfach grauenvoll. Klar gibt es vor allem in großen Städten auch Lokale, die sehr leckere und glutenfreie Pizza und Pasta anbieten, aber ich wohne in einer Kleinstadt und brauche mindestens 20 km, um sie zu erreichen. Die beste Pizzeria, die ich bisher kenne (Ristorante il Salento), ist in München und ganze 50 km entfernt. Es ist machbar, aber fällt nicht unbedingt in die Rubrik „spontane Ausflüge“ hinein.

Die Lösung, die bei mir fast immer in solchen Situationen bisher gut funktioniert hat, lautet: „selber machen“. Dazu habe ich unzählige Rezepte ausprobiert, selber ein wenig experimentiert und meinen Mann fast zu einer menschlichen Knetmaschine umfunktioniert, aber dafür drei perfekte Rezepte für einen glutenfreien und sehr leckeren Pizzateig gefunden!



Eine andere Alternative wäre natürlich einen fertigen, glutenfreien Pizzaboden zu kaufen, aber keiner schmeckt so gut wie selbst gemacht und ist oft auch nicht weniger „kompliziert“ (z.B. Wasser hinzufügen, schütteln, danach die Krise bekommen). 😉

Zuerst möchte ich dir, von den im Netz kursierenden Varianten mit Maismehl, Reismehl und Maisstärke dringend abraten. Dieses Rezept wird oft von den Anhängern, der von mir eigentlich sehr geschätzten Paleo-Bewegung hochgepriesen. In der Wirklichkeit ist dieser Teig extrem brüchig und schmeckt eher nach Reisplätzchen, als nach einem luftigen, italienischen Pizzateig.

Der einfachste Teig, der wirklich auch einem ungeübten Pizzabäcker gelingt, besteht vor allem aus dem glutenfreien Mehl von Schär.

Schwierigkeitsgrad: leicht

Zubereitungsdauer (Teig alleine): ca. 10 Min. + 10 Minuten Backzeit

Die folgenden Mengenangaben sind auf 2-3 Personen abgestimmt.

Zutaten für Pizzateig glutenfrei

1 400 g glutenfreies Mehl von Schär oder von REWE (frei von)
2 230 ml Milch
3 2 EL Olivenöl
4 4 TL Backpulver
5 ½ TL Salz

Zutaten für den glutenfreien Pizzateig

Zutaten für den glutenfreien Pizzateig

Pizzateig glutenfrei, die Zubereitung

Wir benötigen eine größere Schüssel, um dort den Teig zu kneten.

Der Ofen heizen wir auf 250°C Umluft auf.

Zuerst mischen wir in der großen Schüssel das Olivenöl mit Milch und Salz zusammen.

Danach fügen wir 400 g glutenfreies Mehl von Schär und das Backpulver dazu. Am Anfang kann der Knethacken des Handrührgeräts verwendet werden, später müssen wir länger mit der Hand den Teig durchkneten, bis er schön elastisch wird. Die Konsistenz soll fast wie bei Knete (Plastilin) sein.

Ich teile den Teig in zwei Kugeln und rolle ihn nacheinander in der Backform aus. Dazu verwende ich fürs Grobe eine Teigrolle und passe mit den Fingern dann die Ränder an. Der Teig lässt sich gut modellieren und passt perfekt auf ein ganzes Backblech. Das Gleiche mache ich mit der zweiten Kugel und verbinde sie zum Schluss miteinander. Das Ergebnis sollte ungefähr so aussehen:

Pizzateig glutenfrei zubereiten

So sieht der Teig für die glutenfreie Pizza aus!

Bevor ich die Pizza mit beliebigen Zutaten belege, kommt die Pizza samt der Tomatensoße für etwa 3 Minuten in den Ofen. Danach nehme ich sie raus und belege mit den restlichen Zutaten. Sie landet dann noch für etwa 8 Minuten im Ofen, bis sie schön knusprig ist.

So sieht die fertige Pizza aus:

Pizzateig glutenfrei einfach und lecker

Pizza aus dem glutenfreien Teig mit Schinken

Hier die Basic-Variante mit Champignons, Salami, Oliven und Reibkäse.

Pizzateig glutenfrei und einfach

Pizzateig aus dem glutenfreien Teig mit Lachs und Rucola

Hier eine Variation mit Lachs, Parmesan und Rucolasalat.

Tipp für die perfekte Tomatensoße:

Das Herzstück jeder Pizza bildet die richtige Tomatensoße. Ich verwende entweder die Pizzatomaten aus der Dose und gieße das überschüssige Wasser aus (damit die Pizza nicht zu feucht wird) oder benutze ein dreifach konzentriertes, italienisches Tomatenmark. Dazu füge ich noch 2-3 (je nach Vampiraufkommen in der Gegend) Knoblauchzehen, zerhacktes (frisches) Basilikum, Oregano (reicht getrocknet) sowie Salz und Pfeffer. Alles in einer Schüssel gut vermischen und fertig ist die perfekte Pizzasoße, wie beim Italiener!

P.S. Die anderen 2 Varianten werde ich hier im Blog demnächst präsentieren. Dazu kann ich schon mal verraten, dass wir eine Variante mit Hefe und mit anderen Mehlmischungen ausprobieren.

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Ungefähre Kosten insgesamt: 2 EUR. Die Kosten können je nach Geschäft und Qualität der Produkte variieren.

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37 Kommentare

  1. ein sensationeller einfacher pizzateig der auch noch richtig gut schmeckt und so wahnsinnig geschmeidig ist. Bin einfach nur begeistert und nun auch restlos anhänger der glutenfreien teige
    (dank zöliakie).Vielen dank für diese tolle erfahrung das diese teige nicht einfach nur breiig sein müssen.

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  2. Hallo,
    ich wollte gestern probeweise diesen Pizzateig herstellen, habe alle Zutaten wie angegeben in eine Schüssel gegeben und geknetet, geknetet, geknetet und das bestimmt eine halbe Stunde lang. Meine Finger sind heute sehr beeinträchtigt davon.
    Leider war der Teig total krümelig und es war überhaupt nicht ans ausrollen zu denken. Gibt es eine Besonderheit, die hier nicht aufgeführt wurde? Ich habe schon sehr viele Kuchen mit glutenfreiem Mehl gebacken, und alle sind toll gelungen.
    Für eine Antwort wäre ich dankbar.
    Viele Grüße
    Martina

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    • Hallo Martina, das tut mir leid. Wir machen die Pizza fast ein Mal in der Woche und es klappt, aber es ist so, dass man ein wenig Übung braucht. Man muss wirklich geduldig sein und gut kneten, kneten, kneten, je öfter du das machst desto geübter wirst du und es klappt ganz bestimmt. Was für Mehl hast du genommen? Ich nehme entweder Farina von Schär oder das Rewe-Mehl.

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  3. Hi Klaudia, wir haben gestern deine Pizza gemacht und sie ist der Hammer! Danke für das Rezept und die Inspiration mit deinem Blog! Liebe Grüße aus Bochum, Martin

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  4. Hey ich bin gerade dabei seinen Teig zu machen und hab eine Frage: du schreibt du verbindet die Teige miteinander. Wie kann ich das verstehen? Werden sie aufeinander gelegt?

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    • Hallo Nina,

      wir teilen den Teig in 2 Teilen, damit du es einfacher auf dem Blech verteilen kannst. Also nicht auf- sondern nebeneinander auf dem Blech. Voraussetzung ist die Konsistenz des Teiges, die wie die Knete aussehen soll, dann kannst du die beiden Teile aufm Blech perfekt miteinander zusammenkleben.
      Liebe Grüße
      Klaudia

      Antworten
  5. Hallo, ich habe die Pizza schon öfters gemacht, aber noch gar nicht gelobt. Der Teig ist der Wahnsinn! Knusprig und dünn, wie er sein sollte, optisch nicht von der Pizza vom Italienern zu unterscheiden. Allerherzlichsten Dank für das Rezept!
    Liebe Grüße
    Katalin

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  6. Hallo, die Pizza gab es bei uns heute Abend wieder. Mir ist allerdings jetzt erst aufgefallen, daß der Teig für ein Blech gedacht das wird. Ich mache aus der Menge immer 2 Bleche, plus eine kleine runde Pizza, so ist der Teig wirklich super knusprig! Heute habe ich aber aus dem Teig probeweise auch kleine Salzbrezeln gebacken, mit Ei bestrichen und mit Sesam bestreut, die schmecken köstlich. Ich werde das Rezept mit Verlaub solange weiterentwickeln, bis ich Salzstängli herstellen kann (am Rand schmeckt so ähnlich ☺). Ich berichte dann, wie es geklappt hat!
    Liebe Grüße
    Katalin

    Antworten
    • Hallo Katalin, herzlichen Dank für dein Kommentar. Tolle Idee mit den Brezeln, muss ich bei Gelegenheit mal ausprobieren 🙂 Was ich aber sehr faszinierend finde, wie schaffst Du es 2 Bleche + eine kleine Pizza aus der Menge zu machen? 🙂 Ich glaube, ich muss einfach noch mehr üben 🙂 Liebe Grüße
      Klaudia

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  7. haben den teig heut auch versucht; haben 15-20ml mehr milch gebraucht, sonst wär aus dem bröseligen nie ein zäher teig geworden und mein mann hat echt lang geknetet.
    haben zwei runde pizzen rausbekommen, also auch etwas mehr als ein blech.
    ist grad im ofen bei 230° (250 kann mein backrohr nicht)…bin gespannt auf den geschmack.
    und ich bin ja ne salzige, hab also einen ganzen TL salz genommen.
    LG aus Österreich!

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  8. Hallo,
    ich bin Neuling auf dem Gebiet der glutenfreien Ernährung und zur Zeit dabei ein wenig Orientierung im „Unverträglichkeiten – Oh-mein-Gott-was-kann-ich-noch-essen-Dschungel“ zu finden. Da ich auch noch eine Menge mehr Unverträglichkeiten vorzuweisen habe, hier eine Frage: Hat schon mal jemand den Versuch gewagt den Teig mit Pflanzenmilch herzustellen? Oder gibt es Einschätzungen ob das gelingen könnte?
    Vielen herzlichen Dank im Voraus! :)Annie

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  9. Hallo,
    genau das würde ich auch gerne wissen. Ich habe auch eine Unverträglichkeit gegen Milcheiweiss, weshalb Milch nicht in Frage kommt, auch nicht laktosefrei. Ansonsten probiere ich das selbst mal aus.
    Grüße, Carmen

    Antworten
  10. Ja, das mit der Milch würde mich auch interessieren. Darf auch kein Milcheiweiß. Mit Sojamilch funktioniert es vermutlich, aber geschmacklich.. oder einfach mit wasser? Ob er dann trotzdem hält?

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  11. Hallo!

    Habe mit Interesse Dein Teig-Rezept gelesen, da ich auf der Suche nach einer guten selber-mach-Methode bin.
    Zwei Sachen machen mich allerdings stutzig im Vergleich zum Original-Pizza-Teig. Statt Wasser verwendest Du Milch und statt Hefe nimmst Du Backpulver. Hat das einen bestimmten Grund?
    Vielen Dank für die Antwort!

    Fabian

    Antworten
  12. Hallo, du schreibst im Text über glutenfreien Pizzateig…“Zuerst möchte ich dir, von den im Netz kursierenden Varianten mit Maismehl, Reismehl und Maisstärke dringend abraten … In der Wirklichkeit ist dieser Teig extrem brüchig und schmeckt eher nach Reisplätzchen, als nach einem luftigen, italienischen Pizzateig.“
    Nun besteht aber das glutenfreie Mehl von Schär aus: Maismehl, Maissträrke und Guarkernmehl, Dextrose… macht das Guarkernmehl als Verdickungsmittel den Unterschied??? Gibt es Alternativen zur Milch? hat die auch eine Funktion oder kann ich auch Mandelmilch oder Wasser benutzen?
    Viele Grüße Claudia

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  13. Tiermuttermilch hat in menschlichen Mägen nichts zu suchen, schon gar nicht in erwachsenenen. Genausowenig wie Menstruationsprodukte und Leichenteile!
    Und die Grundlagen der Paleoernährung sind an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn.
    Trotzdem danke für das Rezept.

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    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Wenn Dich die Milch bei dem Rezept stört, dann empfehle ich Dir die Google-Suche nach Rezepten ohne Milch. „Menstruationsprodukte“ und „Leichenteile“ kann ich trotzdem in dem Rezept nicht finden. 🙂

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  14. Hallo,
    sind auch grad dabei Glutenfrei zu Essen und sind froh über so tolle Rezepte, vielen Dank. Wir hatten aber das Problem das der Teig total trocken und krümelig war, hab alles so gemacht wie im Rezept, haben dann nur den Belag gegessen?, was hab ich falsch gemacht?

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  15. Sehr lecker, habe nur die Hälfte gemacht und es hat wunderbar geklappt. Aufgrund von Hashimoto teste ich derzeit ob sich mit glutenfreier Ernährung eine Verbesserung einstellt… vielen Dank für das tolle Rezept. VG

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